Geschichte des Haut-Kœnigsbourg: von 774 bis zur Restaurierung 1908

Ein Felsen, dann eine Königsburg
Der Felsen taucht 774 unter dem Namen Stofenberk in einer Urkunde Karls des Großen auf. Die Burg selbst ist 1147 als Staufen dokumentiert, erbaut von den Staufern. 1192 heißt sie Kœnigsbourg, die Burg des Königs. Die Lage erklärt alles: Auf 757 m Höhe beherrscht der Felssporn die Wein- und Salzstraße in der Ebene und den Übergang ins Lothringische über das Gebirge.
1462 und 1479: Brand und Wiederaufbau
1462 brennen Truppen aus Colmar, Straßburg und Basel die Burg nieder, die zur Räuberhöhle geworden war. 1479 überlässt Kaiser Friedrich III. die Ruine den Thiersteinern, die sie mit einer auf Artillerie ausgelegten Verteidigung wiederaufbauen: Der große Bastion im Westen stammt aus dieser Logik. Ein Teil dessen, was Sie heute sehen, geht auf diese Bauphase zurück, ergänzt vier Jahrhunderte später.
1633: Die Schweden, dann 250 Jahre Stille
Während des Dreißigjährigen Krieges belagern und brandschatzen schwedische Truppen die Burg 1633. Niemand richtet sie wieder auf. Sie dient als Steinbruch und romantischer Spazierort über 250 Jahre lang. 1865 kauft die Stadt Schlettstadt sie, ohne die Mittel zu haben, etwas damit anzufangen.
1899: Ein Geschenk an den Kaiser
Das Elsass ist seit 1871 deutsch. 1899 schenkt Schlettstadt die Ruine Wilhelm II. Der Kaiser sieht darin genau das, was er sucht: ein Symbol der Westgrenze des Reiches, weithin sichtbar in der Ebene, das das Reich mit den Staufern verbindet. Es ist keine uneigennützige Restaurierung, und der Kaisersaal mit seinem Doppeladler macht das deutlich.
1900–1908: Die Methode Bodo Ebhardt
Wilhelm II. überträgt das Projekt dem jungen Berliner Architekten Bodo Ebhardt. Seine Methode: Erhaltene Mauern sichern, Archive durchforsten, mit noch bestehenden Burgen der Zeit vergleichen und dann rekonstruieren, was um 1500 existiert haben könnte. Bei vielen Punkten hatte er Belege. Bei anderen entschied er: Der Bergfried ist etwa 14 m höher als das Original, das Dach des Festsaals ist angehoben, und ein Teil der Ausstattung und Dekoration stammt aus seiner Zeit, nicht aus dem Mittelalter. Seine Kritiker, schon 1908 zahlreich, sahen darin eine kaiserliche Inszenierung. Seine Verteidiger entgegnen, dass ohne ihn nur eine Mauer übrig geblieben wäre. Beide haben recht – und genau das macht den Besuch so spannend. Die Einweihung findet am 13. Mai 1908 statt.
1919 und 2007
Der Vertrag von Versailles übergibt die Burg 1919 an den französischen Staat. Seit 1862 als historisches Monument eingetragen, wird sie 1993 unter Denkmalschutz gestellt. 2007 geht sie an das Département Bas-Rhin, heute die Europäische Gebietskörperschaft Elsass, die sie verwaltet. Sie empfängt jährlich über 500.000 Besucher, fast die Hälfte aus dem Ausland. Jean Renoir drehte hier 1937 – mehr dazu auf der Seite zu den Filmen.
Wenn Sie sich mehr für Geschichte als für Dörfer interessieren, wählen Sie lieber eine Führung mit einem echten Guide statt einer Chauffeur-Tour: Die Frage „Was ist original?“ verdient jemanden, der Antworten weiß.
Die Burg – erzählt von einem Guide
Bei der meistgebuchten Tagesfahrt ab Straßburg ist die Burgführung 1,5 Stunden lang und findet in kleiner Gruppe statt.
Ausflüge mit Burgführung
Am häufigsten gebuchtAb Straßburg: Die Highlights des Elsass an einem Tag
Kleine GruppeAb Colmar: Burg Haut-Kœnigsbourg und Dörfer, Tagesausflug in kleiner Gruppe
Ab BaselAb Basel: Colmar, Haut-Kœnigsbourg und Ribeauvillé
Häufige Fragen
Wer hat die Burg Hohkönigsburg restauriert?
Der Berliner Architekt Bodo Ebhardt von 1900 bis 1908 im Auftrag von Kaiser Wilhelm II. Das Ergebnis lässt sich Raum für Raum auf der Seite „Was gibt es zu sehen?“ nachvollziehen.
Warum wollte Wilhelm II. diese Burg?
Als Symbol der Westgrenze des Deutschen Reiches im annektierten Elsass und um seine Dynastie mit den Staufern zu verbinden. Der Kaisersaal im zweiten Stock ist der Beweis dafür.
Stammt die Burg aus der ursprünglichen Zeit?
Teilweise. Die niedrigen Mauern und der Grundriss stammen von den Thierstein (nach 1479); die oberen Teile, der Bergfried (14 m zu viel), die Dächer und die Ausstattung stammen von Ebhardt. Darauf komme ich in vaut-il le détour noch einmal zurück.
Wem gehört die Burg heute?
Seit 2007 dem Département, heute der Europäischen Gebietskörperschaft Elsass, nachdem sie von 1919 bis 2007 dem französischen Staat gehörte. Tickets verkauft sie nur über ihre eigene Vorverkaufsstelle, siehe billets.